Die Corona- „Krise“ – Chance zum Auf- oder Abstieg

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verfasst am 18.07.2020

Die Corona Krise Chance zum Auf oder Abstieg PDF

Die ausgerufene Krise zeigt Wirkungen. Impulse des Wandels werden sichtbar, von vielen Seiten. Welche davon können konstruktiv genutzt werden für eine zukunftsträchtige Systemarchitektur?  Welche könnte man in einer Solidargemeinschaft erwarten? Wo könnte die Falle der Gewohnheit liegen? Wie könnte eine Erneuerung vonstattengehen?
Können wir diesen Prozess sich selbst überlassen? Oder haben wir überhaupt die Macht, darauf Einfluss zu nehmen?

Es wäre zu Beginn zu überdenken, ob das, was wir bisher als Freiheit empfunden haben, nicht überwiegend ein „Befüllen“ von Lebenszeit war. Uneingeschränkte Mobilität ermöglichte ein aktionistisches Zerstrahlen ins Machbare: Freizeit wollte ausgefüllt werden, „Aktivität gleich Lebensqualität“. Ich möchte im Folgenden an drei Bereichen zeigen, was einer wünschenswerten Entwicklung der Gesellschaft im Wege stehen könnte: ein verzerrter Begriff von Freiheit, von Verantwortung sowie digitale Sichtbarkeit, bevor ich auf obige Fragen eingehe.

  1.  Verantwortung?

Gegenwärtig ist ein Trend zu beobachten, der Gewohntes nicht nur erschwert, sondern grundsätzlich neu definiert: menschliche  Nähe und unbeschwerter Umgang im Kontakt miteinander ist überschattet von Misstrauen; der Andere könnte eine Gefahr für meine Gesundheit sein. Ich begegne ihm distanziert, vielleicht sogar „vermummt“. Ich kann mich nicht mehr ganz zeigen und will auch nicht, dass der Andere sich ganz zeigt. Wird da „oben und unten“ vertauscht? Das Atmen der Luft wird gefährlich, menschlicher Umgang auch, Unbeschwertheit wird getauscht gegen Vorsicht und Abstand, mir wird misstraut. Das ist die Symbolik der Maske: ich bin potentiell krank. Und still. Meine Meinung ist hintenangestellt, denn ich bin evtl. kriminell, falls ich mich nicht an die Anweisungen halte, die „von oben“ als einzig sinnvoll und nützlich verordnet werden. Denn bei der Rechtfertigung der „Eindämmungsmaßnahmen“ findet eine Umdeutung der Begriffe statt: Verantwortung wird zu bedingungslosem Gehorsam gegenüber autoritären Anordnungen. Damit wird tatsächlich die Möglichkeit echter Verantwortlichkeit verunmöglicht. In erster Linie trage ich nämlich Verantwortung für mich selbst, was bedeutet, dass ich mich selbst angemessen schützen muss. Verantwortung ist eine Bringschuld. Das kann ich von keinem anderen erwarten. Das erwarten wir auch nie von anderen. Gehöre ich zur Risikogruppe der Übergewichtigen, erwarte ich nicht von den Restaurants und Supermärkten, keine für mich bedenklichen Nahrungsmittel anzubieten. Das wäre absurd. Diese Verantwortung obliegt nicht der Welt, in der ich mich bewege. Wenn Begriffe wie Freiheit, Selbstbestimmung in Gesundheitsfragen, die Möglichkeit, abweichende Meinungen zu äußern oder mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung unter einem verzerrten Begriff von Verantwortung untergraben werden, dann wird der Sinn von Grundrechten auf den Kopf gestellt.  Welchen Begriff von Verantwortung haben wir zurzeit? Zumindest hier steht außer Frage, dass die demokratische Basis abhanden gekommen ist.

Damit wird schon die nächste Corona- Wirkung sichtbar: Meinungen, die von der einzig gültigen Verordneten abweichen, werden nicht geduldet. Hat das eine Gesellschaft, die nach ihrem eigenen Selbstverständnis zu den aufgeklärtesten und liberalsten der Welt gehört, nötig, zumal sie in dieser Hinsicht unrühmliche Lehren in der Vergangenheit machen musste?

Liberalismus?

Die aktuelle Wirklichkeit ist aber folgende: kritische oder abweichende Meinungen werden nicht geduldet, der Staat beansprucht das Wahrheitsmonopol, und fordert Loyalität und Gehorsam mit Verweis auf die „Verantwortung“ des Bürgers. Dabei geht er soweit, unliebsame Stimmen mundtot zu machen. Aufgeklärt ist, wer gehorsam und unkritisch ist? Das ist auch ein Zynismus, den wir nur aus totalitären Systemen der Vergangenheit kennen. Es gibt keinen fairen Diskurs. Es gibt eine festgelegte Wahrheit (die dieses Etikett bisher nicht verdient hat, weil ihre Grundannahmen nicht evident und valide sind) und es gibt einen zu diffamierenden Rest. Wer die offizielle „Wahrheit“ kritisiert oder anzweifelt, ist rechtsextrem, ein „Wirrkopf oder Spinner“ (ARD) oder nicht ganz zurechnungsfähig. Was für eine Gewalt. Das Volk ist verunsichert und gespalten, statt sich auf unterster Ebene umeinander zu kümmern und sich gegenseitig zu stärken, was in der Situation viel gesünder wäre und zudem echte Verantwortlichkeit bedeuten würde. Aus dem Kampf gegen Krankheit wird ein Kampf gegeneinander, wo es an Respekt und Achtung zu fehlen beginnt. Die Hemmschwelle sinkt. Es schleichen sich Kriegsverhältnisse ohne Krieg ein. Der Krieg hat einem die Häuser zerstört, das Dach über dem Kopf, dieser Krieg zerstört den sozialen Boden. Man ist bereit zur Denunziation. Der Feind ist unsichtbar, aber real: „wer nicht für uns ist, ist gegen uns!“ Der Kampf gilt den „Stellvertretern des Feindes“, den Abweichlern und Kritikern, egal wie viele es sind oder wie fundiert ihre Kritik ist. Endlich kann man ganz leicht Schuldige finden; das Virus lässt sich nicht wirklich bekämpfen, aber die Kritiker! Die Hexenjagd hat begonnen. Besonders prekär: Der Bürger ist potentiell krank und/oder kriminell, doch soll dann bürgen (die Verantwortung übernehmen)für die Folgen dieser Manöver, mit seiner Arbeitsleistung, seinem Gehorsam und seiner Freiheit, die er gerne zugunsten seiner Sicherheit aufgibt. Das ist nicht die Verantwortung, die dem mündigen Bürger gemäß ist. Es ist vielmehr die Demontage seines Bürgertums, der Demokratie sowieso. Es ist ein  Destabilisierungsprogramm, denn es demontiert die Lebensfreude, die Existenzgrundlagen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Angst und Misstrauen. Wenn ein GG aufgrund der verifizierbaren Faktenlage bez. Corona ausgehebelt werden kann, dann ist es Makulatur. Es hat nichts mit Verantwortung zu tun, wenn man die Grundrechte abtreten muss, die ich als Bewohner dieses Planeten habe. Das ist Bevormundung und damit eine Verletzung der Menschenwürde. Es trennt mich von meiner Intuition und opfert meine Ganzheit zugunsten einer allgemeingültigen Verbindlichkeit. Das Aufgeben von Rechten zugunsten einer Sicherheit ist nicht nur das Aufgeben von Freiheit, sondern eine Delegation von Verantwortung an andere.

  1.  Welche Freiheit?

An dieser Stelle ist es auch Zeit, sich über das eigene Verständnis des Begriffes der Freiheit im Klaren zu werden. Bin ich frei, wenn ich tun kann, was ich will? Ist Freiheit dasselbe wie Selbstbestimmtheit oder Unabhängigkeit? Beides gibt es in Reinform nicht. Oder verliere ich Freiheit, wenn ich mich freiwillig Beschränkungen unterwerfe, die als Sachzwang dargestellt werden? Wenn Freiheit beschränkt ist auf das rein private, ist ihre Wirksamkeit und damit sie selbst nicht dahin? Wenn Meinung und Denken sowie der Zugriff auf Informationen sich fortwährend der Zensur in Form eines institutionalisierten „Richtig“ und „Falsch“ aussetzen müssen und eine sinnhafte und würdige Verteidigung kaum möglich ist – gibt es dann noch Freiheit? Wird Freiheit mit ihrer Privatisierung nicht zur rein theoretischen Größe geschrumpft?
Freiheit impliziert immer Verantwortung, genauso wie Verantwortung immer die Freiheit des Anderen schützt. Doch ist es nötig, Ambiguität auch zuzulassen, immer wieder neu auszutarieren, dieses sich ständig wandelnde Feld von Ansprüchen, Anforderungen und Bedürfnissen neu zu bewerten. Freiheit ist eben hoch individuell: Antwort zu sein, individuell auf die Welt reagieren zu können ohne Diktat, welches immer ein Absprechen von Verantwortung ist. Verantwortung kann nur dann als solche gelten, wenn sie an individuelle Freiheit geknüpft ist – und umgekehrt.

Welche Mündigkeit schreiben wir uns selbst zu und welche wird uns staatlich zuerkannt? Gibt es eine Diskrepanz? Welche Hoheit über meine Person gebe ich ab?

  1.  Freiheit und die digitale Zukunft

Ein weiterer Aspekt der Freiheit, der uns unmittelbar berührt, ist der unserer Sichtbarkeit in der digitalen Realität. Neben der Umdeutung von Begriffen erleben wir auch die schleichende Erschaffung neuer Topoi (ein Topos ist ein feststehendes Argumentationsmuster). „Ich habe nichts zu verbergen“ als Etikett persönlicher Integrität soll immer mehr Transparenz ermöglichen und den Einzelnen elektronisch sichtbarer machen. Es gilt also als ethisch, „zuzustimmen“, wenn es um die Erfassung der persönlichen Daten geht – zumindest im Interesse der Gesundheit. Damit werden digitale Welten immer mehr zu Größen, die imstande sind uns zu definieren, gleichzeitig aber auch zu begrenzen. Wenn sich mittels Algorithmen darstellen lässt, wer ich bin, kann ich nur schwer „jemand anderes“ sein, als erwartet. Ich kann auch nur schwer kreativ Neues erschaffen, denn der digitale Raum verwertet nur mein „vergangenes“ Ich. Der digitale Raum kennt Freiheit nur in seiner Gestrigkeit und damit in seiner Überholtheit. Er legt fest. Freiheit aber definiert sich naturgemäß als das Nicht- festgelegte. Die digitale Welt hat nur eine „Vorderseite“ die Sichtbarkeit und die Sichtbarmachung des Lebens. Diese wird dann im Umkehrschluss für das Leben selbst gehalten. Das Lebendige aber braucht die „Innenseite“, das Un-aufgedeckte, das Un-erschaffene, das latente, unbenannte Potential, aus welchem im kreativen Prozess Neues aus dem Menschen entsteht. Darin besteht die höchste Form von Freiheit. Freiheit ist daher intim, denn sie wird im inneren Dialog höchst individuell ständig neu erschaffen. Ich kann nicht frei und digital sichtbar zur gleichen Zeit sein. Auch nicht im Interesse der Gesundheit. Freiheit kann nicht verordnet werden, sie muss zugelassen werden. Freiheit ist nicht durch Kontrolle und „Transparenz“ zu gewährleisten. Jedes Gesetz muss ihr im Wege stehen, weil es eine Absage an die Trilogie „Freiheit- Mündigkeit – Verantwortung“ ist. Das Gesetz misstraut dieser Trilogie. Starrheit wird für Stabilität gehalten. Berechenbarkeit wird für Sicherheit gehalten. Gehorsam wird für Verantwortung gehalten. Transparenz wird für Vertrauen gehalten.

Ist es möglich, darauf echte Entwicklung des Geistes zu gründen? Ist es möglich, hierin die Autonomie und Hoheit des Individuums über sein Leben zu gründen? Es kann über Gesundheit keine Herrschaft bestehen. Jede neu auftretende Pandemie wird das aufs Neue unter Beweis stellen. Letzten Endes muss klar sein, dass Leben den Tod impliziert und dass wir in einer tödlichen Welt leben. Der gefährlichste Faktor darin ist übrigens bei weitem kein Virus, vor dem gesetzlich verordnete Maßnahmen schützen sollen. Unser Umgang mit dem Leben ist höchst zynisch: würde der Schutz des Lebens wirklich alle Maßnahmen rechtfertigen, so ist zu fragen, warum noch immer trotz verhältnismäßig leicht zu ändernder Bedingungen Millionen vermeidbarer „unnatürliche“ Tode durch Hunger, Übergewicht oder Alkohol billigend in Kauf genommen werden.

Was ist zu tun?

Gegenwärtige Paradigmen stehen auf dem Prüfstand. Zumindest ist es eine günstige Zeit, sie auf den Prüfstand zu zwingen. Da wäre der Gelderwerb zum Lebensunterhalt – meist ein von sich selbst entfremdetes Leben.  Wir bezahlen Existenz mit Lebenszeit. Auf der anderen Seite Luxus und Überfluss, der nie tief befriedigt, keine Antworten liefert und dabei die Ressourcen unserer Lebensgrundlage und Heimat ausbeutet und ein Überleben kommender Generationen und vieler Spezies fraglich macht; ist das wirklich so alternativlos?

Was soll der „Fridays for Future“- Aktionismus, wenn ich wöchentlich shoppen muss, egal ob Elektronik, Schuhe, Mode oder sonst etwas, oder wenn der Großteil meine Nahrungsmittel nicht aus dem eigenen Garten, aus lokaler Erzeugung  oder „urban gardening“ stammen, sondern aus dem Discounter? Wenn meine Freizeitgestaltung hunderte von Kilometern Verkehrsnutzung monatlich erfordert?  Erich Fromm sagte, wir seien „die ewigen Säuglinge an der Flasche des Konsums“.

Wir alle ermöglichen diese Welt.

Brauche ich den Welthandel wirklich? Brauche ich Erdbeeren im Winter? Brauche ich „Schnäppchen“ und Pressspanmöbel? Falls ja, habe ich die ethische Dimension und die Verantwortung meines Verhaltens ganz verstanden? Ökonomie ist die Lehre des Haushaltens. Haushalten wir auf diesem Planeten in einer Form, die wir vor unseren Enkeln vertreten können? Was, wenn wir diese Enkel wären? Was, wenn unsere Großeltern in der gegenwärtige Situation gewesen wären? Eine Ökonomie, die Profitoptimierung als zentralen Wert hat, ist die Ökonomie eines Krebsgeschwüres, das durch sein Wachstum seinen Wirt tötet.

Es muss klar sein: wir halten die riesige Zerstörungsmaschine in Gang. Und wir haben die „Corona-Krise“ möglich gemacht. Wir alle. Sie ist eine Antwort auf den Common-sense, auf unsere kollektive Art, zu leben. Es hat keinen Wert, irgendjemand die alleinige Schuld dafür zuzuschreiben. Sie ist unserem Leichtsinn und unserem Egoismus geschuldet, den wir uns als gesichtslose Teilnehmer des Großen und Ganzen erlauben. Diese Verantwortung haben wir als Einzelne. Diese Antwort geben wir durch unser Leben bereits.
Die Frage, wie wir leben wollen, müssen wir daher zuerst uns selbst stellen. Ansonsten wird sie von anderen beantwortet werden; nämlich von denselben Entscheidern, die diese Welt bisher gestaltet haben.  Ist mir die kleine Sicherheit meines Kontostandes mehr Wert, als das Experiment, Mut und Initiative zu zeigen? Beginnt Vertrauen für mich erst mit der Gewissheit eines sicheren Einkommens?

Vielleicht müssen wir gar nicht für das Leben sorgen; das Leben sorgt für uns. Als einzige Spezies dieser Welt haben wir es geschafft, diese natürliche Ordnung umzudrehen.

Die traurige Wahrheit ist, dass in einer Welt, in der die Vorstellung eines Lebens in Harmonie und im Einklang mit der Natur milde lächelnd in die Ecke realitätsferner Träumer gestellt wird, Kampfrhetorik herrschen muss. Krieg gegen den Terror, nun Krieg gegen das Virus. Dieses Virus ist wie alle Viren Teil der biologischen Wirklichkeit, die unsere Existenz bestimmt.

Vielleicht wurde in der Krise sichtbar, wie wenig Materielles ich tatsächlich brauche, wie sich Möglichkeiten und Türen öffnen, wenn ich davor stand. Vielleicht ist unser wirtschaftlicher „Standard“ nur unsere Fixierung und unser Glaube, so wie das ganze System nur deshalb fortbesteht, weil ausreichend viele Menschen daran glauben. Noch immer hoffen wir wie Rotkäppchen, dass das Wunder geschieht und der Jäger uns aus dem Bauch des Wolfes herausschneidet und uns unsere Freiheit zurückgibt. Dabei übersehen wir, dass wir den Wolf ins Leben gerufen und mit dem Verzehr unserer Existenz beauftragt haben: das kapitalgesteuerte System, das nun als Selbstläufer nicht anders kann, als seinen eigenen Regeln zu folgen.

Das wird es tun, wenn wir es nicht daran hindern. Dann wird die nächste Krise wieder zu einer solchen gemacht werden, mit wenig Hoffnung auf globale Besserung. Wir sehen, dass eine immer stärker werdende Kontrolle nur Freiheiten einschränkt, aber keine Gesundheit garantiert. Ein Systemwandel kann nicht durch das System selbst herbeigeführt werden, wenn keine ausreichenden Impulse sowie eine kritische Masse existieren. Die „strukturelle Determiniertheit“ des Systems (so nennt es die Biologie) muss aufgebrochen werden. Das System muss unter Stress geraten, um zu Änderungen jenseits des internen Repertoires  erzeugen zu können. In der Biologie haben wir ähnliche Dynamiken wie in der Gesellschaft: wenn sich in einem Nervensystem eine Veränderung ereignet (ermöglicht durch dessen „Plastizität“), dann geschieht das ausgelöst durch die Endverzweigungen der Synapsen. Erst daraufhin ändern sich die Anordnungen der Neuronengruppen. Übertragen heißt das: Passivität ist fehl am Platze. Den Erkenntnissen der Krise folgend, müssen Veränderungen an den „Synapsen“, also bei uns als Einzelne stattfinden, ab sofort. Dabei kommt als angenehme „Nebenwirkung“ die Frage in den Blick: lebe ich mein Leben? Lebe ich den/ die, der/die ich sein soll? Ich werde mich immer weiter in diese Richtung bewegen. Authentizität wird keine Frage des Außen (des WIE?) mehr sein, sondern des Innen (also des WAS). Es bedarf keines „Styles“, keiner Membership. Dabei ist der Prozess des Wandels der Weg. Nicht ein Utopia steht als Ziel fest, sondern die Verwirklichung echter Verantwortung und Freiheit als Weg. Der einzige Feind ist dabei die Existenzangst mit seinen Gewohnheiten, die einzige Waffe dagegen der Mut echten Vertrauens, die im Laufe der Zeit immer stärker werden wird.

Dabei gilt es immer wieder, jedes „Muss“ auf seine Gültigkeit hin zu überprüfen. Mit jeder Vereinfachung gewinnt das Leben an Tiefe, denn Beziehungen hängen nicht mehr an Äußerlichkeiten wie Geld, Statussymbolen oder seichtem Geplänkel. Ich werde unabhängig von Unterhaltung, weil ich mich nicht mehr unten halten lasse. Ich erforsche und entdecke mehr und mehr meine inneren Welten und trete damit in die Vorhöfe der Unendlichkeit ein. Ich durchschaue Oberflächlichkeit, denn sie langweilt mich. Ich entsorge mehr und mehr, was ich nicht bin und trete für das ein, was ich bin – und für eine lebenswerte Welt.

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